Als Kurzzug geführt

Jedes Mal, wenn Chris Lohner auf dem Bahnsteig der Wiener S45 verkündet, dass der eintreffende Zug „als Kurzug geführt“ wird, rätsele ich, was sie uns damit sagen will. Nach meinem laienhaften Verständnis des Wortes „Zug“ wird dieser im Wesentlichen durch seine Waggons gebildet, deren Anzahl sein erfahrbares physisches Sein ausmacht. Ein wohldefinierter Zug ist phänomenologisch also vor allem durch seine Länge bestimmt und kann meines Erachtens nicht a posteriori als kurz oder lang „geführt“ werden. Da könnte ja ein Wirt die gleichen Nudeln, kurz bevor sie auf dem Teller landen, heute als Spaghetti und morgen als pasta corta „führen“. Oder bezeichnet das Wort „Zug“ im wienerverkehrbetriebstechnischen Sinn etwa ein philosophisches Abstraktum, nämlich den geistigen Sachverhalt, dass da etwas vorbeizugt, äh: -zieht? Dann wäre „geführt“ gleichzusetzen mit „realisiert“: „Sehr geehrte Fahrgäste, bitte beachten Sie, dass sich die Idee dieses Zuges als Kurzzug materialisiert.“

Ein Gedanke zu „Als Kurzzug geführt

  1. Als Kurzzug wird dabei meistens ein Zug definiert der nicht mit weiteren Zügen (im Fall der U-Bahn nicht mit weiteren Triebwagen) gekoppelt ist. Ein Zug mit 2 Zugeinheiten wird als Vollzug bezeichnet, ein Zug mit mehr als 3 Zugeinheiten als Langzug. Der Begriff „Kurzzug“ dient aber den Passagieren eigentlich nur, dass der Zug in der Mitte des Bahnsteigs hält und sich diese wiederum vor Ankunft dort hinbegeben können.

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