In Italien essen gehen

fertigreisItalien bedeutet nicht automatisch gutes Essen, obwohl diese Vorstellung in meinem Südtiroler Kopf immer noch herumspukt. (Auf Frankreich, wo ein Sandwich aus dem Bahnhofsbistro besser schmecken kann als das Essen in vielen Wiener Restaurants, trifft so eine Aussage wohl eher zu.) In Verona habe ich einmal das Mittagessen vergessen („saltato il pranzo“) und musste um 17.00 Uhr aus Ohnmachtsgefahrgründen unbedingt ein Lokal finden. Offen hatten natürlich nur miese kleine Touristen-Fallen wie das Caffè le F., wo ich für einen geschmackfreien (sicher Fertig-)Schwammlreis (ich weigere mich hier, die italienische Bezeichnung zu verwenden, das hat er nicht verdient) und einen langweilig hingefetzten Salat mit schlechtem Käse knapp 20,- EUR bezahlt habe. Nachher war mir fast übel, aber ich hab’s als lehrreiche Erfahrung gebucht, meinen Essensrhythmus in Italien an den der Italiener anzupassen und dafür zwischendurch lieber mal ein paar Yogurts zu löffeln. (Und ja, man mag mir Blauäugigkeit, gar Dummheit vorwerfen, aber wenn der leere Magen stärker ist als die Vernunft, macht man schon mal Sachen …)

Die perfekte Pasta

bigoli

Foto: Il Cucchiaio d’Argento

Als ich zum ersten Mal daran dachte, bloggen zu wollen, stellte ich mir vor, ganz viel übers Essen zu schreiben. Doch dann kam da einfach lange Zeit nichts, was die Mühe wert gewesen wäre. Mein Besuch in der Antica Osteria „Al Duomo“ in Verona bildet nun den begeisterten Auftakt. Bei dem Foto links handelt es sich um Bigoli, eine Art superdicker, rauher Spaghetti aus Weichweizen, mit deren Oberfläche der Sugo perfekt amalgamiert. Ihre Biss-Konsistenz lässt glatt vergessen, dass sie nicht aus Hartweizengries gemacht sind. Dazu ein Ragù di musso: Eselfleisch-Bolognese mit einem Hauch von Rosmarin und Rotwein!Salame di cioccolato (Die Sfilacci di cavallo – gepökeltes, geräuchertes und getrocknetes Pferdefleisch, das in seine Fasern zerlegt wird und wie Safran aussieht – schmeckten dafür recht langweilig, aber ich schätze, die gehören so.) Zum Abschluss ein angenehm wenig süßer, aber sehr kakaoiger Salame di cioccolato (Bild rechts). Dazu ein würziges Glas Prearin Rosso Veronese IGT aus der Cantina Valpolicella Negrar.